Hufrehe mit neuem Medikament verhindern
Hufrehe mit neuem Medikament verhindern

Hufrehe ist ein Schreckgespenst für viele Pferdebesitzer, vor allem wenn ihre Pferde bereits unter dem Equinen Metabolischen Syndrom (EMS) leiden. Und das nicht ohne Grund, denn akute oder chronische Hufrehe ist die zweithäufigste Todesursache beim domestizierten Pferd.

Neue Studienergebnisse versprechen jetzt aber baldige Abhilfe.

Forscher der Queensland University of Technology in Australien haben ein Medikament gefunden, das Hufrehe bei Ponys verhindern kann.

Dieses neue Medikament für Tiere ist mit einem Medikament für Menschen verwandt, das zur Behandlung des metabolischen Syndroms bei Menschen verwendet wird. In Studien konnte damit Hufrehe bei Ponys verhindert werden, die unter der „Pferdeversion“ dieser Stoffwechselerkrankung leiden. Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Behandlung dieser Zivilisationskrankheit.

Bis zu 20 Prozent aller Pferde und Ponys leiden unter Hufrehe

Laut Professor Martin Sillence leiden bis zu 20 Prozent aller Ponys unter Hufrehe. Eine erschreckende Zahl, vor allem wenn man bedenkt, dass es bisher kein Medikament gab, mit dem man Hufrehe verhindern oder behandeln konnte. Auch wenn das eigene Pferd oder Pony bisher verschont geblieben ist, kennt wahrscheinlich jeder Pferdebesitzer ein Pferd oder Pony, das nicht so viel Glück hatte. Eine angepasste Fütterung war bisher meist das einzige Mittel, mit dem man die Erkrankung unter Kontrolle bringen konnte.

Die Forschergruppe in Australien hat auch herausgefunden, was genau einen Reheschub bei Ponys auslöst: nämlich eine hohe Konzentration von Insulin im Blut. Bei manchen der Ponys, die in der Studie zu viel energiereiches Gras oder Kraftfutter gefressen haben, wurden große Mengen Glucose freigesetzt. Dies führte wiederum dazu, dass die Bauchspeicheldrüse große Mengen in den Körper pumpte und damit eine „Insulinvergiftung“ auslöste. Dadurch wurde das Bindegewebe in den Hufen der Ponys geschädigt, was wiederum Lahmheit und enorme Schmerzen zur Folge hatte. Laut einer anderen Studie musste ein Drittel der Pferde mit dieser Form der Hufrehe innerhalb eines Jahres nach dem ersten Auftreten der Symptome eingeschläfert werden.

Die Lösung: Velagliflozil

Dieses Problem könnte jetzt ein neuer Wirkstoff lösen. Velagliflozil heißt das Wundermittel, mit dem Forscher künftig Hufrehe verhindern wollen. Dadurch, dass mehr Glucose über den Urin ausgeschieden wird, soll mit dem Medikament die Bauchspeicheldrüse geschont und weniger Insulin ausgeschüttet werden.  Zurzeit finden weitere klinische Studien statt, um die Effizienz und Sicherheit des Arzneimittels sicherzustellen, damit es hoffentlich bald auf den Markt gebracht wird und viele Pferdeleben retten kann.

Bis dies der Fall ist, müssen Pferdebesitzer sich wohl noch einige Zeit gedulden und vor allem die Fütterung ihrer Pferde genau im Auge behalten. Laut Professor Sillence ist vor allem frisches Gras im Frühling und Herbst besonders gefährlich für empfindliche Pferde und Ponys. Wenn diese bereits unter dem Equinen Metanbolischen Syndrom leiden, sollte man also reichhaltiges Gras von ihrem Speiseplan streichen. Aber nicht nur die Qualität des Grases spielt eine große Rolle bei der Entstehung von Hufrehe, sondern auch die Quantität. Auch große Menge nährstoffarmes Gras können Hufrehe auslösen, sagt der Professor.

Es bleibt also zu hoffen, dass die weiteren Studien zur Effizienz und Verträglichkeit von Velagliflozil erfolgreich verlaufen und uns in baldiger Zukunft endlich ein Medikament zur Behandlung von Hufrehe zur Verfügung steht. Allen Pferden und Ponys, die bereits unter dem Equinen Metabolischen Syndrom leiden und ihren Besitzern wäre es auf jeden Fall zu wünschen!

Referenz: Alexandra Meier, Dania Reiche, Melody de Laat, Christopher Pollitt, Donald Walsh, Martin Sillence. The sodium-glucose co-transporter 2 inhibitor velagliflozin reduces hyperinsulinemia and prevents laminitis in insulin-dysregulated ponies. PLOS ONE, 2018; 13 (9): e0203655 DOI: 10.1371/journal.pone.0203655

Gefunden auf der Seite Sciencedaily.com Queensland University of Technology. "Giddy up: Help for plump ponies is fast on its way: Researchers have found a drug that prevents laminitis in ponies." ScienceDaily. ScienceDaily, 26 September 2018. <www.sciencedaily.com/releases/2018/09/180926110933.htm>.

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